Ein häufiges Problem bei der Implantatversorgung ist unzureichende Knochensubstanz im Kiefer. Nach Zahnverlust baut sich der Kieferknochen ohne Stimulation durch eine Zahnwurzel zunehmend ab – oft unbemerkt und über Jahre hinweg. Wer zu lange mit der Implantation wartet, steht daher häufig vor der Aussage: ‚Zu wenig Knochen für ein Implantat.‘ In unserer Praxisklinik in Bad Kreuznach ist das kein Grund zur Resignation. Knochenaufbau vor oder gleichzeitig mit der Implantation ist unser tägliches Handwerk.
Als Praxis für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie unter der Leitung von Dr. Dr. Deniz Demir verfügen wir über das gesamte Spektrum moderner Knochenaufbauverfahren. Patienten aus Bad Kreuznach, dem Kreis Bad Kreuznach, aus Kirn, Stromberg, Bingen am Rhein, Idar-Oberstein und Mainz schätzen unsere Expertise besonders in diesen anspruchsvollen Fällen.
Im hinteren Oberkiefer ist die Kieferhöhle oft sehr nah am Kieferkamm. Beim Sinuslift wird die Kieferhöhlenschleimhaut angehoben und der entstandene Raum mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt – so entsteht ausreichend Knochen für stabile Implantate. Diese Methode ist seit mehr als 30 Jahren bewährt und in unserer Praxis ein Standardverfahren.
Bei größerem Knochenmangel entnehmen wir körpereigenen Knochen aus dem Kinnbereich oder dem aufsteigenden Ast des Unterkiefers und transplantieren ihn an die gewünschte Stelle. Nach einer Einheilphase von ca. 4–6 Monaten ist der Knochen fest integriert und bereit für die Implantation.
Bei kleineren Knochendefekten setzen wir spezielle Membranen ein, die das Einwachsen von Knochenersatzmaterial fördern und das umliegende Gewebe abschirmen. Dieses minimal-invasive Verfahren eignet sich besonders für lokale Defekte rund um das Implantat.
Alle Knochenoperationen führen wir auf Wunsch mit der Piezo-Surgery-Technik durch – einem ultraschallgestützten Verfahren, das Knochen präzise und besonders gewebeschonend bearbeitet. Nerven und Weichgewebe bleiben dabei nahezu unberührt.
Knochenaufbau ist erforderlich, wenn das verbleibende Knochenvolumen nicht ausreicht, um ein Implantat sicher zu verankern. Typische Ursachen sind: langer Zahnverlust ohne Versorgung, durchgemachte Parodontitis, Zahnextraktionen mit Komplikationen, oder anatomische Besonderheiten. Auch wenn mehrere Zähne fehlen und eine Totalversorgung (All-on-4 oder -6) geplant ist, kann vorab ein Knochenaufbau notwendig sein.
F: Macht der Knochenaufbau die Behandlung wesentlich teurer?
A: Ja, Knochenaufbaumaßnahmen erhöhen die Gesamtkosten. Allerdings sind sie die Voraussetzung für eine dauerhafte Implantatversorgung. Wir erstellen Ihnen vorab einen detaillierten Kostenplan. In manchen Fällen erstatten auch Kassen und private Versicherungen einen Teil der Kosten.
F: Ist Knochenaufbau schmerzhaft?
A: Der Eingriff erfolgt unter Betäubung und ist daher weitgehend schmerzfrei. Nachoperative Schwellungen und leichte Beschwerden sind normal und klingen meist nach wenigen Tagen ab.
F: Wie lange dauert der Knochenaufbau bis zur Implantation?
A: Je nach Verfahren beträgt die Einheilzeit 4–6 Monate. In günstigen Fällen kann Knochenaufbau und Implantation in einem einzeitigen Eingriff erfolgen.
F: Wird eigener Knochen oder künstliches Material verwendet?
A: Das hängt vom Ausmaß des Defekts ab. Bei kleinen Defekten genügt oft Knochenersatzmaterial aus dem Labor; bei größeren Defekten wird körpereigener Knochen (z. B. aus dem Kinnbereich) transplantiert.
F: Kann jeder Patient einen Knochenaufbau bekommen?
A: Die meisten Patienten können von einem Knochenaufbau profitieren. Einschränkungen gibt es bei bestimmten Grunderkrankungen (z. B. unkontrollierter Diabetes, bestimmte Medikamente). Das klären wir beim Erstgespräch.
F: Was ist Piezo-Surgery und welche Vorteile hat sie?
A: Piezo-Surgery ist ein Ultraschallverfahren zum Schneiden von Knochen. Es ist präziser und gewebeschonender als herkömmliche Bohrer, da nur Knochen – nicht aber Weichgewebe – durchtrennt wird.
F: Wo wird der eigene Knochen entnommen?
A: Meist aus dem Kinnbereich (Symphyse) oder dem aufsteigenden Ast des Unterkiefers. Bei sehr großen Defekten kann in seltenen Fällen auch Beckenkamm-Knochen verwendet werden.
F: Kann ich während des Knochenaufbaus eine Prothese tragen?
A: Ja, in der Regel kann eine angepasste Übergangsprothese getragen werden, damit Sie während der Einheilzeit nicht zahnlos sind.